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Betriebswirschaftliche Auswertung

Aus Unternehmersicht

Die betriebswirtschaftliche Auswertung ist ein Instrument zur zeitnahen Überwachung der wirtschaftlichen Entwicklung eines Unternehmens und basiert auf den laufenden Daten der Finanzbuchhaltung.


Sie gibt Auskunft über die Kosten- und Erlössituation und der Ertragslage (vorläufiges Ergebnis). Außerdem zeigt sie Handlungsnotwendigkeiten auf. Wird z.B. mit einem deutlich höheren Gewinn gegenüber dem Vorjahr gerechnet, können unterjährig Anpassungen der Vorauszahlungen vorgenommen werden, um eine hohe Nachzahlung bei Erstellung des Abschlusses zu vermeiden.

Die Aussagekraft der BWA ist stark vom Buchungsverhalten des Buchhalters abhängig. Werden beispielsweise Abgrenzungen, Abschreibungen oder Bestandsveränderungen unterjährig nicht eingebucht, kann es möglich sein, dass das vorläufige Ergebnis gegenüber der Bilanz zu hohen Abweichungen führen kann.

Aus Bankensicht

Im Rahmen der Kreditgewährung haben Banken eine Bonitätsprüfung vorzunehmen. Laut gesetzlichen Vorschriften dürfen diese nur einen Kredit gewähren, wenn der Kreditnehmer seine wirtschaftlichen Verhältnisse offenlegt. Hierfür wird meist der Jahresabschluss zur Hilfe genommen. Problematisch hierbei ist allerdings, dass der Abschluss meist mit zeitlicher Verzögerung erstellt wird und somit nicht die aktuellen Zahlen des Kreditnehmers liefert.


Da die Kreditinstitute zeitnahe Informationen zur Kreditvergabe benötigen, wird zusätzlich eine BWA herangezogen. Obwohl eine BWA nicht so aussagekräftig und verlässlich wie ein Abschluss ist, liegt ihre Stärke in der Zeitnähe und Aktualität.

Anhand der Zahlen der BWA untersuchen die Banken, ob dem Kreditnehmer ausreichend Mittel zur Verfügung stehen, um den finanziellen Verpflichtungen nachzukommen, unter anderem auch gegenüber des Kreditgebers (Ermittlung des Cash Flows).
Der ermittelte Cash Flow hat direkte Auswirkung auf das Kreditverhältnis, beispielsweise ob der Kredit gewährt werden kann und zu welchen Konditionen.

Ist die Bank mit den ermittelten Werten nicht zufrieden, werden weitere Unterlagen in die Prüfung einbezogen. Diese können sein:
  • Vergleichs-BWA mit Vorjahreswerten (erkennen von Entwicklungen)
  • Summen- und Saldenliste (Analyse der wirtschaftlichen Lage)
  • Offene-Posten-Liste (Forderungsrisiken und Liquidationsengpässe)

Für die Banken ist auch wichtig, dass der Kreditnehmer ein hohes Interesse an seiner aktuellen Unternehmenssituation zeigt und Rückfragen beantworten kann. Bei komplizierteren Sachverhalten ist es empfehlenswert, wenn der Steuerberater am Bankgespräch teilnimmt. Das kann für Sie als Kreditnehmer sogar von Vorteil sein.

Wurde das Darlehen gewährt, verlangen die Banken oftmals weitere Unterlagen. Sprechen Sie mit Ihrer Bank ab, wann und vor allem welche Unterlagen vorzulegen sind.

Sollte sich die Gesamtsituation Ihres Unternehmens negativ entwickeln, suchen Sie ein Gespräch mit Ihrer Bank. Wenn diese ständig auf dem Laufenden gehalten werden, ist die Bereitschaft wesentlich größer, Ihr Unternehmen auch in negativen Unternehmensphasen finanziell zu begleiten.